Fragen an Christian Stark
Rollen bei Lausch: Adam Salton

Hallo Christian,

Wie lange bist Du schon in diesem Geschäft tätig?

Exakt weiß ich das gar nicht mehr. Ich glaube, dass ich mit 8 oder 9 Jahren angefangen habe.

Gab es schon Momente, in denen es hieß, dass "der es ja eh nur geschafft hat, weil sein Vater Horst Stark ist?“

Nein. Sicherlich ist mir der Einstieg dadurch leichter gefallen, aber um langfristig in dem Geschäft zu bleiben, muß die eigene Leistung stimmen.

Dein Vater, Horst Stark, war nicht nur Synchronsprecher, sondern vor allem auch Schauspieler, sowohl im TV, als auch am Theater. Wäre die Schauspielerei für Dich ebenfalls reizvoll? Und falls ja: Welche Richtung eher? Klappe zu und Action oder die Bretter, die die Welt bedeuten?

Das wäre natürlich beides sehr interessant. Da ich aber im Sprecherbereich ziemlich ausgelastet bin, habe ich mich in diese Richtung nicht sehr bemüht, und außer ein paar Kurzfilmen ist da somit nichts passiert. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich ja mal was...

Hast du ein Stimmtraining mitgemacht?

Ich war, wie nahezu alle Kollegen in diesem Bereich, auf einer Schauspielschule.

Für viele ist es immer noch ein Traum, in die Synchronbranche und/oder als Erzähler/Sprecher tätig zu werden. Hast Du ein paar Tipps oder Erfahrungen, wie man das bewerkstelligen kann? Was sollten Voraussetzungen sein? Gibt es Anlaufstellen?

Es gibt da häufig Mißverständnisse. Der Beruf des Sprechers ist ein Teilbereich der Schauspielerei, d.h. der Weg geht über die Schauspielschule.

Gibt es für Dich Konkurrenz zwischen den Synchronmetropolen Berlin und Hamburg und hast Du schon mal überlegt, ob Du nach Berlin ziehen möchtest?

Nach Berlin zu ziehen hatte ich bisher nicht erwogen, bin dann doch ein „Hamburger Jung“. Aber das Rollenangebot ist dort ziemlich interessant, und da denkt man schon manchmal darüber nach, sich auch bei Berliner Produktionsfirmen vorzustellen.

Wie kamst Du an die Rollen als Adam und Kantiran?

Christian Hagitte und Simon Bertling von STIL bin ich bei „Die Schatzinsel“ (Hörverlag) aufgefallen, woraufhin sie mich für Kantiran engagiert haben.
Bei Adam war ich der Vorschlag vom Tonstudio Fährhauston für die Produktion eines Trailers zur „Schwarzen Sonne“, und dann sind Lauschs bei mir geblieben.

Ist es schwierig für dich zwischen "jugendlich" und "erwachsen" umzuschalten? Exemplarisch die erste Folge der neuen "Perry Rhodan"-Vertonungen durch Simon Bertling und Christian Hagitte: Die erste Folge beschreibt im Grunde Kantirans komplette Jugend und seine Ausbildung an der Akademie, in etwa "Harry Potter 1-7" in knapp einer Stunde. Wie bist du an diese "Zeitraffer"-Alterung herangegangen?

Das einzig Schwierige war, daß wir uns immer bewußt machen mußten, in welcher Lebensphase Kantiran ist, und ich nicht langsam unbemerkt in mein tatsächliches Alter rutsche. Ich denke, Simon und Christian haben da aber gut auf mich aufgepaßt.

Wie handhabst Du "Extrem-Szenen", also emotional aufwühlende Passagen, in denen der von Dir gesprochene Charakter beispielsweise großes Leid erfährt? Kostet es Überwindung, dies überzeugend zu spielen oder ist es eher so ein Standardmodus, den Du einfach aufrufst?

Überwindung kostet mich sowas nicht, dafür macht man es zu oft und schon zu lange. Von Standardmodus würde ich aber auch nicht sprechen wollen, denn in solchen Szenen wird man doch deutlich stärker gefordert.

Was hat Dich an der Rolle des Adam gereizt?

Die Rolle ist eine wunderbare Abwechslung zu den normalen Protagonisten. Mir gefällt die Schwere und Melancholie von Adam, die vor allem von Günter Merlaus hervorragenden Texten lebt. Zudem finde ich die Wechsel zwischen Erzählertexten und gespielter Szene großartig.

Ich empfinde den Einsatz Deines Vaters als gealterter Adam als wahren Geniestreich der Lauscher. Wie siehst Du das und was hälst Du von dieser Besetzung?

Als ich mir das fertige Hörspiel angehört habe, war ich erstaunt, wie ähnlich mein Vater und ich die Erzählertexte interpretiert haben. Das macht es sehr glaubwürdig, also eine Idealbesetzung!

Gibt es Rollen, die Du unbedingt mal sprechen willst?

Ich würde gern mal in einem großen Kinofilm eine Hauptrolle sprechen. Und da sind wir wieder bei Berlin.

Du schwimmst momentan auf einer Erfolgswelle oder läuft es für Dich zur Zeit nur "normal"? Immerhin hast du zwei große Rollen in fortlaufenden Serien.

Erfolgswelle würde ich das nicht nennen. Ich arbeite im Moment nicht mehr als vor z.B. 10 Jahren, und schöne Rollen gibt es immer mal.
Nichtsdestotrotz machen mit Adam und Kantiran besonders viel Spaß!


Christian Stark
Foto (c) Lausch





Die Schwarze Sonne:

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Gibt es für Dich vergangen Aufträge, die Du heutzutage nicht mehr annehmen würdest?

Ja. ;-)

Im Gegensatz dazu die absolute Traumrolle, die Du bis jetzt noch nicht sprechen konntest. Gibt es die?

Nö.

Hast du einen Regisseur, mit dem Du am liebsten jede Aufnahme bestreiten würdest?
Kommst Du mit all deinen Kolleginnen und Kollegen gut aus oder gibt es auch welche, mit denen Du nicht gerne zusammenarbeitest oder es sogar strikt ablehnst?


Das ist doch normal, dass man mit einigen lieber zusammen arbeitet, als mit anderen.

Läßt Dir Günter Merlau bei den Aufnahmen auch Freiräume, in denen Du anders sprichst, als es Dein Text vorgibt? Das gilt auch für Christian Hagitte und Simon Bertling von STIL.

Im Allgemeinen neige ich zu Texttreue, besonders wenn es sich um gute Autoren, wie in diesem Fall, handelt.

Improvisierst Du gerne mal?

Ich hasse es.

Hörst Du ab und zu selber auch mal ein Hörspiel oder ein Hörbuch?

Klar. Gute Hörspiele höre ich gern und oft.

Möchest Du noch ein paar Worte an die Leser richten?

Kauft mehr Hörspiele!

Danke für das Interview!

Bitte.

Das Interview wurde von Patrick Holtheuer per Mail geführt.