Punktown
Hörstücke von Günter Merlau nach den Kurzgeschichten von SciFi- und Horror-Kultautor Jeffrey Thomas.



(Format: .mp3, Größe: 26,8 MB, Laufzeit: 19 min)


Paxton ist ein Schmelztiegel hunderter verschiedener Rassen, eine grelle Ansammlung von Aliens, Robotern, Mutanten und Menschen, mit allen daraus resultierenden Besonderheiten und kulturellen Konflikten. Hier werden verstümmelte Klone als Kunstobjekte erschaffen, Morde als religiöse Aufgabe verstanden und Menschen als Bibliothek des Leidens benutzt – eine Megalopolis, für die ihre Bewohner nur einen Namen haben: PUNKTOWN.


Jeffrey Thomas wurde am 3. Oktober 1957 in Massachusetts, USA geboren, wo er seitdem lebt und arbeitet. Bereits als Kind schrieb und illustrierte er seine eigenen Comics und mit 14 Jahren beendete er seinen ersten Roman. Der Autor kommt aus einer außerordentlich kreativen Familie. Seine Mutter Lorraine dichtet und Vater Robert schreibt und malt. Jeffreys Bruder Craig ist Musiker und Schwester Wendy ist Kolumnistin. Doch seine Liebe zu Horror, Fantasy und Science Fiction teilt lediglich sein Bruder Scott, mit dem er gelegentlich auch gemeinsam schreibt (u.a. Nether: Improper Bedtime Storys, eine Sammlung erotischer Horrorgeschichten). Seine Leidenschaft für düstere Zukunftsvisionen verdankt der Autor unter anderem den Planet der Affen-Filmen und Ray Bradburys Mars-Chroniken weckten in ihm, wie er sagt, die Liebe zur kurzen Form.

In den späten achtziger Jahren erschienen erste Geschichten und Gedichte von Jeffrey Thomas in verschiedenen Independent-Press-Publikationen und es folgten seit 1995 zahlreiche selbstständige Veröffentlichungen. Neben seiner Arbeit an Romanen, wie Letters from Hades, Arms of the Sun oder Boneland, ist Thomas auch Herausgeber von Anthologien und gründete 1993 den unabhängigen Horror, SciFi und Dark Fantasy Verlag NECROPOLITAN PRESS. Nach den in PUNKTOWN angesiedelten Romanen Everybody Sceam! und Monstrocity (im Deutschen 2006 bei FESTA erschienen) kommt dieses Jahr in den USA mit Blue War ein weiteres Werk über die Abgründe der Megalopolis Paxton in die Buchläden - ein Ende von PUNKTOWN ist also nicht in Sicht.


In bizzaren, bisweilen grotesken Bildern zeichnet Jeffrey Thomas seine Fabeln über Wahrnehmung, Kunst und Tod. Mal deprimierend, mal erschreckend und immer verstörend sonderbar, beleuchtet PUNKTOWN die ebenso aktuellen, wie zeutlosen Fragen des Menschseins und der Zivilisation.
Jeffrey Thomas gibt keine Antworten, aber er führt uns eindringlich und gnadenlos vor Augen, worin die Fragen bestehen.


Lausch im Interview mit Jeffrey Thomas

LAUSCH: Hallo Jeffrey Thomas, wir von LAUSCH arbeiten gerade an dem PUNKTOWN-Hörbuch-Projekt und wir würden Dir genre ein paar Fragen dazu stellen. Zunächst interessiert uns natürlich, wie Du generell zu Hörbuchern und Hörspielen stehst. Hast Du als Kind viel gehört und hörst Du heute noch?

JEFFREY THOMAS: Zu allererst muss ich euch sagen, wie begeistert ich von dem Projekt bin. Ich bin so froh, dass Frank FESTA das mit euch arrangiert hat. Ich hab auch schon ein paar Musik-Samples geschickt bekommen und hör sie immer und immer wieder. Und ich LIEBE das Cover-Artwork, obwohl Frank mir erzählt hat, dass es noch nicht ganz fertig ist. Wow! Großartig! Passt einfach sehr gut zum Farbton der Geschichten. (...) Aber nun zu eurer Frage:
Ich liebe Hörspiele, vor allem die alten Horror-Radiohörspiele aus den "Suspense"- und "The Black Mass"-Programmen. Die hör' ich mir jedes Halloween an. Hörspiele sind einfach ein sehr spezielles Erlebnis und eine eigene Art von Genuss, ganz anders als beim Filme-Schauen oder auch beim Lesen. Sie schaffen Bilder auf einer Leinwand im eigenen Kopf. Ich hab oft Hörspiele im Hintergrund laufen, wenn ich schreibe - für die Atmosphäre.

LAUSCH: Die deutsche Hörbuchadaption ist die erste akustische Bearbeitung deiner Punktown-Erzählungen. Paxton wird also das erste Mal in einer Welt, die sich außerhalb der Köpfe deiner Leser befindet, Gestalt annehmen - Punktown bekommt ein akustisches Gesicht. Ist es nicht schwierig eine Welt, wie Du sie hier geschaffen hast, aus der Hand zu geben und anderen zu überlassen?

JEFFREY THOMAS: Eigentlich bin ich total begeistert, anderen Punktown für ihre eigenen Interpretationen in einem neuen Medium zu überlassen. Es gab auch schon Anfragen und Ideen für Punktown-Comics und sogar Punktown-Filme, aber leider hat bis jetzt noch nichts von dem wirklich Gestalt angenommen. Es ist mir also ein echtes Vergnügen und ich finde es wirklich aufregend zu sehen, wie Punktown einen Ausdruck in einem anderen - in diesem Fall einem akustischen - Format bekommt.

LAUSCH: Du hast mal gesagt, ein Gemälde von Punktown würde wie eine Landschaft von Bosch aussehen, oder einer der großartigen biomechanischen Ausblicke von HR Giger ähneln. Aber wie hört sich Punktown an?

JEFFREY THOMAS: Es macht einen ganz irre, sich Punktowns Sound vorzustellen. Es leben so viele Alienrassen in Punktown zusammen und dazu kommen noch die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse der Siedler von der Erde. Es wäre wohl eine Art reiches Chaos, eine wunderschöne und entsetzliche Kakophonie, eine bezaubernde Anarchie, die sich hinter jeder Ecke in Punktowns Strassen aufs Neue verändert. Da wäre das Dröhnen der Hupen aller nur denkbaren Fahrzeuge zu hören, das Donnern und Scharren aus den Fabriken, das Lachen der Jungen und Lebendigen und die Schreie der Leidenden und Verdammten. Punktown ist ein futuristisches Sodom und Gomorrah, mit unzähligen Türmen zu Babel. (...)

LAUSCH: Mit den Punktown-Hörbüchern werden mit Sicherheit einige Seelen den Weg nach Punktown finden, für die Paxton noch absolutes Neuland ist. Willst Du denen noch irgendetwas sagen, bevor sie sich in die labytinthischen Straßen von Punktown wagen?

JEFFREY THOMAS: Es ist durchaus passend, dass sich neue Leute plötzlich in Punktown wieder finden, denn Punktowns ist eine Kolonie - entworfen für Neuankömmlinge: zum Besuchen, zum Entdecken und zum Niederlassen. Aber ich würde euren Hörern empfehlen, sich nicht zu tief in die dunkelsten Gassen Punktown vorzuwagen - sonst finden sie womöglich nicht wieder hinaus. Und dann gibt es vielleicht schon bald eine Punktown-Story, in der er um SIE geht...


Alle Fotos, Grafiken (c) Lausch 2007, 2008










Die Stimmen bei Punktown














Hör-Tipp:

Die dunkle Stunde - Special zu Punktown
Wann? - 27.03.08 - 23:55 Uhr
Wo? - ligx.de