Fragen an Wolf Frass
Rollen bei Lausch: Roddy McGristle

Hallo Herr Frass,

die Hörer konnten Ihnen schon in unzähligen Produktionen lauschen. Wann fing Ihre Karriere als Sprecher an und ging es ebenfalls ganz klassisch mit der Schauspielausbildung los?


Meine „Karriere“ fing ganz klassisch auf der Schauspielschule, der Folgwangschule in Essen an. Nach der Schauspielschule ging es dann weiter mit Engagements an verschiedenen Theatern, bis ich 1980 anfing, Tourneen zu fahren. Seit 1982 lebe ich mit meiner Familie in Hamburg. Überwiegend als Sprecher arbeite ich seit 1999.

Können Sie Sich auch noch an die Produktion und ihre damalige Rolle erinnern? Es waren so viele schöne Rollen, große und kleine; ich kann gar keine herausheben. Damals begann aber etwas, das ich heute noch mache: der Erzähler bei „Conni“, dem wunderbaren kleinen Mädchen auf den Kindercassetten.

Sprechen Sie nur Hörspiele oder haben Sie auch schon Hörbücher eingesprochen oder Synchron gemacht?

Ich decke als Sprecher fast die ganze Bandbreite ab, vom Hörspiel über Hörbücher, Synchron, Kommentar, Dokumentation, Voice over, CD-rom, Werbung.

Ist das für Sie denn eher harte Arbeit oder doch eher Spass oder einfach beides zusammen?

Ich habe das Glück, daß mir die Arbeit Spass macht.

Hören Sie selber auch Hörspiele? Haben Sie eventuell auch ein Lieblingshörspiel?

Zu der Zeit, als im Radio noch häufig Hörspiele gesendet wurden, hab ich sie gerne gehört. Heute fehlt mir leider oft die Zeit, oder ich nehme sie mir nicht.

Gibt es eine spezielle Rolle, die Sie gerne mal sprechen möchten oder haben Sie ihre Traumrolle bereits gesprochen?

Es gab Traumrollen, von denen ich vorher nicht wusste, daß es welche sind. Ich würde gern mal ein Kinderbuch als Hörbuch lesen.

Sie sprachen bei Drizzt die Rolle des Roddy McGristle? Liegen Ihnen die rauen Burschen?

Auf Grund meiner Stimme werde ich häufig für solche „Rauhbeine“ engagiert. Ich bin meistens froh, wenn ich sie nicht sprechen muss.

Sie werden auch sehr oft als Erzähler gebucht, woran liegt das?

Ich werde häufig als Erzähler gebucht. Das liegt, glaube ich, an meiner Art und Weise, den Hörer anzusprechen.

Was ist Ihnen lieber? Eine bestimmte Rolle in einem Hörspiel oder lieber die des Erzählers?

Ich setze beides gleich gerne um. Die Rolle des Erzählers ist nur meistens etwas ergiebiger.

Gibt es für Sie bereits neue Rollen bei Lausch?

Nein.

Haben Sie einen Regisseur, mit dem Sie am liebsten jede Aufnahme bestreiten würden? Kommen Sie mit allen Kolleginnen und Kollegen gut aus oder gibt es auch welche, mit denen Sie nicht gerne zusammenarbeiten oder es sogar strikt ablehnen?

Ich habe natürlich Vorlieben für den einen oder anderen Regisseur oder der einen oder der anderen Regisseurin. Ich kann es mir aber nicht aussuchen. Für mich geht es bei jeder Arbeit darum, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Ich bin ein offener Mensch, der versucht, mit seinen Kollegen auszukommen.

Wolf Frass
Foto (c) Lausch


Improvisieren Sie gerne mal?

Ich improvisiere sehr gern. Beim Textsprechen und Synchronisieren ist das nur überhaupt nicht gefragt.

Gibt es Anekdoten, von denen Sie uns berichten möchten, die sich in ihrer Karriere zugetragen haben?
Wenn Sie morgen mit diesem Job aufhören würden, was wäre bis dahin Ihr schönstes berufliches Erlebnis gewesen?


Es gibt Anekdoten in meinem Leben. Aber ich müsste zu weit ausholen, um sie auch so wiederzugeben, daß sie als solche verstanden werden.
Das gilt auch für mein schönstes Erlebnis.

Möchten Sie Ihren Fans und Lesern noch ein paar Worte widmen?

Ich möchte mich bei ihnen bedanken, wenn es sie gibt.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview!